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KOZ - Die Kommentarzeitung

Wahrheiten und was man wissen sollte

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Aktualisiert (Freitag, 20. Januar 2012 um 07:47) Geschrieben von: Administrator Freitag, 20. Januar 2012 um 07:44

Wahrheiten von Jürgen Elsässer
 

Was sind Schulden?

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Aktualisiert (Mittwoch, 07. Dezember 2011 um 12:31) Mittwoch, 07. Dezember 2011 um 12:24

 Die Weltgeschichte beweist: Interessen von Gläubigern sind nicht die der Demokratie. Bankenrettungen führen in die Oligarchie. Der Finanzsektor betreibt eine neue Art der Kriegsführung.

Von MICHAEL HUDSON

Michael Hudson ist Professor der Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Missouri. Im Jahr 2006 sagte er den Kollaps des Immobilienmarktes genau voraus.
 
Im fünften Buch seiner „Politik“ beschreibt Aristoteles den ewigen Wechsel der Oligarchien, die sich zu erblichen Aristokratien aufschwingen, um dann ihrerseits von Tyrannen hinweggefegt zu werden oder intern zu rivalisieren, wenn einige Familien beschließen, „die Menge auf ihre Seite zu ziehen“. Dadurch entsteht Demokratie, in der dann wieder eine Oligarchie entsteht, auf die abermals Adelsherrschaft und Demokratie folgen, und so weiter.

Das wichtigste dynamische Element hierbei bilden von jeher die Schulden. Sie polarisieren den Reichtum und lassen eine Klasse von Gläubigern entstehen, deren oligarchische Herrschaft ein Ende findet, wenn neue Führer das Volk für sich gewinnen, indem sie die Schulden erlassen und das Eigentum neu verteilen oder es dem Staat überantworten.

Seit der Renaissance verlagerten die Bankiers ihre politische Unterstützung auf Demokratien. Das war ein Ausdruck des Wunsches nach größerer Sicherheit für ihre Kredite. Wie James Steuart 1767 erklärte, waren die vom König aufgenommenen Kredite keine Staatsschulden im eigentlichen Sinne, sondern blieben eher Privatangelegenheit. Wenn die Schulden eines Souveräns bindend für eine ganze Nation werden sollten, mussten gewählte Repräsentanten Steuern beschließen, aus denen die Zinsen gezahlt wurden.

Kriegsführung mit finanziellen Mitteln
Als die holländische und die britische Demokratie dem Steuerzahler diese Stimme in der Regierung des Landes einräumten, statteten sie die Gläubiger mit weitaus sichereren Ansprüchen aus als Könige oder Fürsten, deren Schulden mit ihnen starben. Doch die Proteste, die wir im Kontext der Schuldenkrise von Island bis Griechenland und Spanien erleben, legen den Gedanken nahe, dass die Gläubiger dabei sind, den Demokratien ihre Unterstützung zu entziehen. Sie verlangen, dass der Staat spart, und fordern sogar die Privatisierung staatlichen Vermögens. Damit verlegt sich die internationale Finanzwelt auf eine neue Art von Kriegsführung, die dasselbe Ziel verfolgt wie in früheren Zeiten die militärische Eroberung: die Aneignung von Land und Bodenschätzen, die Übernahme staatlicher Infrastruktur und die Erhebung von Tributzahlungen.

Die Demokratien reagieren darauf mit der Forderung nach Volksabstimmungen über die Frage, ob man die Gläubiger durch den Verkauf öffentlichen Eigentums und durch Steuererhöhungen auszahlen soll, obwohl dies zu Arbeitslosigkeit, sinkenden Löhnen und wirtschaftlicher Depression führt. Die Alternative besteht darin, die Schulden abzuschreiben oder gar zu annullieren und die Regulierung der Finanzmärkte zu verstärken.

 
Herrscher im antiken Nahen Osten verkündeten einst einen Schuldenerlass, um das wirtschaftliche Gleichgewicht zu bewahren. Die Erhebung von Zinsen auf Vorschüsse an Gütern oder Geld diente ursprünglich nicht dem Ziel einer Polarisierung der Wirtschaft. Als sumerische Tempel und Paläste Anfang des dritten vorchristlichen Jahrtausends dieses vertragliche Arrangement erstmals mit Kaufleuten und Unternehmern trafen, die in aller Regel innerhalb der königlichen Bürokratie arbeiteten, sollten Zinssätze von zwanzig Prozent ihnen einen gerechten Anteil an den Einnahmen aus dem Fernhandel oder der Pacht von Land und anderen staatlichen Besitzungen wie Werkstätten, Schiffen und Wirtshäusern sichern.

Als königliche Einnehmer von Nutzungsentgelten und Pachtzinsen die Praxis privatisierten, stellte man agrarische Schuldner unter den Schutz des „Gottkönigtums“. Nach dem Codex Hammurabi (um 1750 vor Christus) wurden ihnen die Schulden bei Überschwemmungen und Dürre erlassen. Alle Herrscher dieser babylonischen Dynastie verkündeten bei ihrem Amtsantritt einen Schuldenerlass für agrarische Schuldner, um alle Zahlungsrückstände zu beseitigen und tabula rasa zu machen. Leibeigene, Boden- oder Ernterechte und andere Ansprüche fielen an den Schuldner zurück, um die Ordnung im Sinne eines „ursprünglichen“ Gleichgewichts wiederherzustellen.

Der Sinn davon lag auf der Hand. Antike Gesellschaften brauchten Heere, um ihr Land zu verteidigen, und dazu mussten verschuldete Bürger entschuldet werden. Der Codex Hammurabi schützte Streitwagenlenker und andere Krieger vor der Schuldknechtschaft und hinderte Gläubiger, ihre Hand auf die Ernten von Pächtern zu legen, die königliches oder sonstiges staatliches oder kommunales Land bewirtschafteten und dem Palast persönliche oder militärische Dienste schuldeten.

Weil im Nahen Osten Paläste, Tempel und deren Steuereinnehmer die Hauptgläubiger waren, fiel es politisch nicht schwer, Schulden zu erlassen. Es ist immer leicht, Schulden zu erlassen, wenn man selbst der Gläubiger ist. Auch römische Kaiser verbrannten gelegentlich die Steuerverzeichnisse, um eine Krise zu vermeiden. Sehr viel schwieriger war es, Ansprüche privater Gläubiger zu annullieren, als die Praxis des Verleihens gegen Zinsen sich seit etwa 750 vor Christus auch nach Westen in den Mittelmeerraum hinein ausbreitete. Statt Familien die Möglichkeit zu geben, Lücken zwischen Einnahmen und Ausgaben zu überbrücken, wurden Schulden zum wichtigsten Instrument der Enteignung von Land und spalteten die Gemeinschaft in Gläubigeroligarchien und verschuldete Klienten.

Gläubigermacht und stabiles Wachstum gingen nur selten miteinander einher. Die meisten persönlichen Schulden bestanden in der Antike aus kleinen Darlehen an Menschen, die am Rande der Subsistenz lebten und nicht über die Runden kamen. Der Verlust von Land und Vermögen - wie auch der persönlichen Freiheit - zwang Schuldner in eine Knechtschaft, aus der sie sich nicht mehr befreien konnten. Im siebten Jahrhundert vor Christus erhoben sich „Tyrannen“ (Volksführer) und überwältigten die Aristokratien in Korinth und anderen reichen griechischen Städten, wobei sie sich die Unterstützung des Volkes durch einen Schuldenerlass sicherten. Auf weniger tyrannische Weise gründete Solon 594 vor Christus die athenische Demokratie durch ein Verbot der Schuldknechtschaft. Doch erneut entstanden Oligarchien und riefen Rom zu Hilfe, als Spartas Könige Agis, Kleomenes und deren Nachfolger Nabis Ende des dritten vorchristlichen Jahrhunderts versuchten, die Schulden zu erlassen. Sie wurden getötet und ihre Anhänger aus der Stadt vertrieben. Es gehört seit der Antike zu den geschichtlichen Konstanten, dass die Interessen von Gläubigern in Widerspruch zu denen der Demokratie wie auch des Königtums gerieten, die in der Lage gewesen wären, der finanziellen Eroberung der Gesellschaft und einer nahezu autonomen Dynamik Grenzen zu setzen, welche den ökonomischen Überschuss in zinstragende Schuldtitel verwandelte.

Als die Brüder Gracchus und deren Anhänger 133 vor Christus versuchten, das Kreditrecht zu reformieren, reagierte die herrschende Senatorenklasse mit Gewalt, tötete sie und eröffnete damit ein Jahrhundert der Bürgerkriege. Der unerbittlichste Schuldeneintreiber der Antike war Rom, dessen Gläubiger sich in Kleinasien, der reichsten Provinz des Reiches, wie eine Plage ausbreiteten. Es gab fast keinerlei Rechtssicherheit mehr, wenn Gläubiger aus Rom eintrafen. Von den führenden römischen Geschichtsschreibern führten Livius, Plutarch und Diodor bei der Behandlung des ein Jahrhundert währenden, von politischen Morden gekennzeichneten Bürgerkriegs den Untergang der Republik auf die Unnachgiebigkeit der Gläubiger zurück. Populistische Führer versuchten Anhänger zu gewinnen, indem sie sich für einen Schuldenerlass einsetzten, zum Beispiel in der Verschwörung des Catilina 63/62 vor Christus. Sie wurden getötet. Im zweiten nachchristlichen Jahrhundert befand sich bereits ein Viertel der Bevölkerung in Leibeigenschaft, im fünften Jahrhundert brach die römische Wirtschaft aufgrund von Geldmangel zusammen. Auf dem Lande kehrten die Menschen zur Subsistenzwirtschaft zurück.


Als das Bankwesen sich erholte, schwand der christliche Widerstand gegen die Vereinnahmung von Zinsen durch das Zusammenwirken angesehener Geldverleiher und ihrer größten Kunden, der Könige - zunächst, um die Kirche zu finanzieren, und dann zunehmend, um Kriege zu führen. Doch die königlichen Schulden verfielen, wenn der König starb. Die Bardi und die Peruzzi gingen 1345 bankrott, als Eduard III. sich weigerte, seine Kriegsschulden zu begleichen. Die Despoten der Habsburger und Bourbonen auf den Thronen Spaniens, Österreichs und Frankreichs blieben anderen Bankiersfamilien die Rückzahlung gewährter Kredite schuldig.

Die Lage veränderte sich mit der holländischen Demokratie. Da das holländische Parlament Staatsanleihen begeben durfte, konnten die Niederlande in einem Zeitalter, in dem Geld und Kredit im Krieg eine entscheidende Rolle spielten, Kredite aufnehmen, um Söldner zu bezahlen. So war denn, wie Richard Ehrenberg anmerkte, der Kredit die stärkste Waffe in ihrem Freiheitskampf. Wer einem Fürsten einen Kredit gewährte, der habe gewusst, dass die Rückzahlung allein von der Zahlungsfähigkeit und dem Willen des Schuldners abhing. Ganz anders bei den Städten, die über Hoheitsrechte verfügten, zugleich aber auch Körperschaften, Vereinigungen von Individuen mit gemeinsamer Haftung, gewesen seien. Nach allgemein anerkanntem Recht habe jeder Bürger für die Schulden der Stadt gehaftet.

Parlamente konnten also Schulden aufnehmen, die öffentlich und bindend waren, unabhängig davon, wer auf dem Thron saß. Deshalb entwickelten die ersten demokratischen Nationen, die Niederlande und Großbritannien, die aktivsten Kapitalmärkte. Die Ironie: Ausgerechnet die Erfordernisse der Kriegsfinanzierung förderten die Demokratie und sorgten für eine Symbiose aus Kriegsführung, Kredit und parlamentarischer Demokratie.

Der Übergang zur gläubigerorientierten Finanzpolitik
Während die Reformen des neunzehnten Jahrhunderts die Fähigkeit des landbesitzenden Adels, Parlamente zu kontrollieren, verringerten, bemühten die Bankiers sich flexibel um gute Beziehungen zu nahezu jeglicher Staatsform. In Frankreich warb Saint-Simon für Banken, die wie Genossenschaften funktionierten und Kredite gegen Gewinnbeteiligungen vergaben. Der deutsche Staat ging ein Bündnis mit der Hochfinanz und der Schwerindustrie ein. Marx erwartete, dass der Sozialismus den Finanzsektor aus einem parasitären in ein produktives Element der Wirtschaft verwandeln werde. In den Vereinigten Staaten ging die Regulierung öffentlicher Versorgungsunternehmen einher mit Gewinngarantien.

Während des Ersten Weltkriegs verdrängten die Vereinigten Staaten Großbritannien als größte Gläubigernation, und Ende des Zweiten Weltkriegs verfügten sie über achtzig Prozent der weltweiten Goldreserven. Amerikanische Diplomaten gestalteten IWF und Weltbank nach gläubigerorientierten Grundsätzen und nutzten sie zur Finanzierung von Handelsabhängigkeiten, hauptsächlich gegenüber den Vereinigten Staaten. Kredite zur Finanzierung von Handels- und Zahlungsbilanzdefiziten wurden an „Bedingungen“ geknüpft, die die Lenkung der Wirtschaft auf Klienteloligarchien und Militärdiktaturen verlagerte. Die demokratische Antwort auf die daraus resultierende Sparpolitik, die nur der Sicherung des weiteren Schuldendienstes diente, ging kaum über IWF-Ausschreitungen hinaus, bis Argentinien die Bedienung der Auslandsschulden einstellte.

Eine ähnlich gläubigerorientierte Sparpolitik zwingen die EZB und die EU-Bürokratie heute den europäischen Staaten auf. Regierungen wurden veranlasst, die Banken zu retten, statt Wirtschaftswachstum und Beschäftigung zu fördern. Die Verluste durch faule Kredite und Spekulationen werden vom Staat übernommen, während man die Staatsausgaben senkt und sogar Infrastruktur verkauft. Die Steuerzahler, an denen die Schulden hängenbleiben, reagierten mit Protestkundgebungen wie im Januar 2009 in Island und Lettland und mit Großdemonstrationen wie in diesem Herbst in Griechenland und Spanien gegen die Weigerung der Regierungen, Volksabstimmungen über die fatalen Rettungsaktionen für ausländische Gläubiger abzuhalten.

Der Weg in die Schuldknechtschaft
In jeder Wirtschaft gibt es Planung. Durch den Verzicht auf diese Regierungsaufgabe unter dem Schlagwort „freie Märkte“ gerät die Planung in die Hände der Banken. Doch wie sich zeigt, ist das Planungsprivileg der Kreditschöpfung und Allokation noch stärker zentralisiert als das der gewählten Volksvertreter. Und, schlimmer noch, der finanzielle Zeitrahmen entspricht einer auf das Ausschlachten von Unternehmen ausgerichteten Hit-and-run-Strategie. Wenn die Banken allein auf ihre Gewinne achten, zerstören sie tendenziell die Wirtschaft. Am Ende wird der Überschuss von Zinsen und anderen Finanzierungskosten aufgezehrt, so dass nichts für neue Kapitalinvestitionen oder elementare Sozialausgaben bleibt.

Deshalb geht die Übergabe der politischen Kontrolle an eine Gläubigerklasse nur selten mit Wirtschaftswachstum und steigendem Lebensstandard einher. Die Tendenz, dass die Schulden schneller steigen, als die Bevölkerung sie zu bezahlen vermag, ist eine Grundkonstante der gesamten Geschichte.

In neuerer Zeit haben Demokratien einen starken Staat gedrängt, Kapitaleinkünfte und Vermögen zu besteuern und Schulden bei Bedarf abzuschreiben. Das fällt am leichtesten, wenn der Staat selbst Geld- und Kreditschöpfung betreibt, und am schwersten, wenn die Banken ihre Gewinne in politische Macht ummünzen. Wenn man zulässt, dass die Banken sich selbst regulieren und ein Vetorecht gegenüber staatlichen Regulatoren erhalten, kommt es zu einer Verzerrung der Wirtschaft, die es den Gläubigern erlaubt, sich an Spekulationsspielen und offenkundigen Betrügereien zu beteiligen, wie sie das letzte Jahrzehnt geprägt haben. Unter diesen Umständen ist die Alternative zu staatlicher Planung und Regulierung des Finanzsektors ein Weg in die Schuldknechtschaft.

Die Ökonomie in den Händen der Finanzwelt
Zur Demokratie gehört es, die Dynamik des Finanzsektors für die Sicherung des wirtschaftlichen Gleichgewichts und für Wirtschaftswachstum einzusetzen - und Kapitaleinkünfte zu besteuern oder an grundlegenden Monopolen im öffentlichen Bereich festzuhalten. Wenn Einnahmen aus Vermögen unversteuert bleiben oder privatisiert werden, sind sie „frei“, als Pfand für Banken zu dienen und höhere Kredite zu ermöglichen. Die durch Fremdkapital finanzierte Inflation der Vermögenswerte erhöht das Kapitalvermögen, aber auch die Verschuldung der Gesamtwirtschaft. Die Wirtschaft schrumpft, und das Eigenkapital wird negativ.

Der Finanzsektor hat inzwischen genügend Einfluss, um die Regierungen in solchen Notfällen davon überzeugen zu können, dass die Wirtschaft zusammenbrechen werde, falls man „die Banken nicht rettet“. In der Praxis erlangen die Banken dadurch eine noch größere Macht über die Politik, und sie nutzen diesen Machtzuwachs, um die Wirtschaft noch weiter zu polarisieren. Hier handelt es sich um einen Konflikt zwischen nationaler Selbstbestimmung und den Interessen des Finanzsektors. Die Vorstellung, wonach eine unabhängige Zentralbank „das Kennzeichen der Demokratie“ sei, ist eine euphemistische Umschreibung der Tatsache, dass man die wichtigste politische Entscheidung - die Geld- und Kreditschöpfung - dem Finanzsektor überlässt. Die organisierte Bankenrettung ist heute für den größten Teil der wachsenden Staatsverschuldung verantwortlich.

Diktiert wurde all das von Vertretern des Finanzsektors, die euphemistisch als Technokraten bezeichnet werden. Von Lobbyisten der Gläubiger designiert, sollen sie berechnen, wie viel Arbeitslosigkeit und Abschwung nötig sind, um einen Überschuss zu erzielen, mit dem sich die heute in den Büchern befindlichen Schulden bezahlen lassen. Das Absurde an dieser Berechnung ist die Tatsache, dass eine schrumpfende Wirtschaft - eine Schuldendeflation - die Schuldenlast noch unbezahlbarer macht.

Schulden zum Vorteil der Reichen
Weder Banken noch staatliche Stellen (noch auch Mainstream-Akademiker) haben berechnet, wie viel die Wirtschaft realistisch zahlen kann - das heißt, ohne zu schrumpfen. Über ihre Medien und ihre Thinktanks haben sie den Menschen eingehämmert, am schnellsten könne man reich werden, indem man sich Geld leihe, um Immobilien, Aktien und Anleihen zu kaufen, die – aufgrund der kreditgetriebenen Inflation – im Preis steigen, wobei der Staat die im letzten Jahrhundert eingeführte progressive Besteuerung des Reichtums rückgängig machen müsse.

Schlicht und einfach gesagt: Das Ergebnis ist eine Ramsch-Ökonomie, deren Ziel es ist, staatliche Kontrolle unmöglich zu machen und die Planungsgewalt in die Hände der Hochfinanz zu legen, weil das angeblich effizienter sei als eine staatliche Regulierung. Es wird behauptet, staatliche Planung und Besteuerung seien „der Weg in die Knechtschaft“, als wären „freie Märkte“ unter der Kontrolle rücksichtslos agierender Banker nicht geplant, und zwar im Blick auf Sonderinteressen oligarchischer statt demokratischer Art. Der Staat soll eine Schuldenlast tragen, die nicht wie in früheren Zeiten aufgenommen wurde, um das Land im Krieg zu verteidigen, sondern um der reichsten Schicht des Landes durch eine Übertragung der Verluste auf die Steuerzahler Vorteile zu bescheren.

Da die Wünsche der Wähler nicht berücksichtigt wurden, steht die Staatsverschuldung politisch und rechtlich auf schwankendem Boden. Schulden, die auf bloßen Beschluss durch Regierungen oder ausländische Finanzinstitutionen gegen starken Widerstand im Volk gemacht wurden, sind möglicherweise ebenso unsicher wie die der Habsburger und anderer Despoten vergangener Zeiten. Ohne Billigung durch das Volk gehen solche Schulden möglicherweise gemeinsam mit dem Regime unter, das sie gemacht hat. Neue Regierungen werden vielleicht auf demokratischem Wege dafür sorgen, dass Banken und Finanzsektor wieder der Wirtschaft dienen statt umgekehrt.

Zumindest werden sie wohl versuchen, zu einer progressiven Besteuerung der Vermögen und Einkommen zurückzukehren und damit die fiskalische Last stärker auf Kapitaleinkünfte und Vermögen zu verlagern. Mit einer erneuten Regulierung des Bankwesens und der Schaffung eines öffentlichen Bankensektors knüpfte man an das sozialdemokratische Programm an, das vor einem Jahrhundert auf einem so guten Wege zu sein schien. Island und Argentinien sind die jüngsten Beispiele, doch man kann durchaus auch weiter zurück auf das 1931 verkündete Moratorium für die interalliierten Kriegsschulden und die deutschen Reparationszahlungen blicken. Hier ist ein fundamentales mathematisches und politisches Prinzip am Werk: Schulden, die nicht bezahlt werden können, sind keine.

   

Debatte um Rechtsextremismus: Die Verleumdung des Bürgertums

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Ohne historisches Trauma nicht erklärbar


Offenbar scheint das Jahr 2011 als Jahr der politischen Leichenfledderei durch Linke in die Geschichte einzugehen. Erst die japanische Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe, dann der Massenmord von Oslo und Utøya, und nun die Mordserie von Thüringer Rechtsextremen: wieder ist den Linken ein Kampagnen-Goldschatz in die Hände gefallen, den sie schamlos nutzen, um das Bürgertum in die Enge zu treiben. Über die Schrecklichkeit und Verwerflichkeit der Verbrechen der Zwickauer Mörder muss man nicht diskutieren, sie verstehen sich von selbst. Weil durch diese Feststellung aber auch niemand mehr lebendig wird und nichts dadurch verhindert wird, soll es in diesem Artikel um die abartige Debatte danach gehen – denn diese bestimmt die Gegenwart und Zukunft.
Den Verdacht, dass Bürgertum und Konservative mit der Zwickau-Debatte in die Ecke gedrängt werden sollen, will Christian Bangel in der ,,Zeit“ nicht gelten lassen. Bangel nutzt die Hysterie um Rechtsextremismus, um gegen die Gleichsetzung von Links- und Rechtsextremismus zu polemisieren, die er Konservativen vorwirft: ,,Konservative Medien, Wissenschaftler und Politiker aber führen hier einen alten westdeutschen Kampf. Ihre Lesart lautet: Rot-grüne 68er dominieren die öffentlichen Debatten, sie wollen den Patriotismus und den Konservatismus im Kampf gegen Rechts gleich mitentsorgen.“ Ach! Hierbei handelt es sich jedoch, wie Bangel erklärt, um ein ,,paranoides Paradigma“. Wie aber soll man es anders nennen als ,,den Patriotismus und den Konservatismus im Kampf gegen Rechts gleich mitentsorgen“, wenn der ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, vor zehn Jahren im Zuge der Nazi-Hysterie in Richtung CDU fragte: ,,Ist es etwa deutsche Leitkultur, Fremde zu jagen, Synagogen anzuzünden, Obdachlose zu töten?“ Wie soll man es nennen, wenn Jürgen Trittin den ehemaligen CDU-Politiker Laurenz Meyer wegen dessen Bekenntnis, er sei stolz darauf, Deutscher zu sein, unterstellte, Meyer habe ,,die Mentalität eines Skinheads und nicht nur das Aussehen“?
Und aktuell wiederholt es sich wieder. Schauen wir uns doch bei der Debatte um die Mordserie an, wie ,,paranoid“ dieses ,,Paradigma“ ist. Es fängt schon mit der Sprache an, wie Berthold Kohler dieser Tage in der FAZ richtigerweise anmerkt: ,,Denn ‘rechts’ ist in diesem Land, dahin haben es die Linke und die sich unermüdlich an jeder ‘Kampagne gegen rechts’ beteiligende Union gebracht, zu einem Synonym für rechtsradikal und rechtsextrem geworden. Was früher rechtsradikal oder rechtsextremistisch genannt wurde, heißt jetzt oft nur noch rechts: ‘die rechte Gewalt’, ‘der rechte Terror’, ‘die rechte Szene’. Mit rechtem Terror sind dabei natürlich nicht die Manieren von Ronald Pofalla gemeint.“ Auch der bereits erwähnte Christian Bangel benutzt die Formulierung ,,Kampf gegen Rechts“ und verrät sich mit dem genannten Satz somit selbst: ,,Ihre Lesart lautet: Rot-grüne 68er dominieren die öffentlichen Debatten, sie wollen den Patriotismus und den Konservatismus im Kampf gegen Rechts gleich mitentsorgen.“ – ja, was denn auch sonst, wo sich doch die als konservativ Verstehenden unbestreitbar rechts von der Mitte befinden? Genau deshalb würde sich ja selbst die Mehrheit der Konservativen nie und nimmer als ,,rechts“ bezeichnen, da dies schnell als Bekenntnis zu Rechtsextremismus oder Neonazismus missverstanden würde.
Aber die Diffamierung des Rechten als rechtsextrem beschränkt sich eben nicht nur auf den Begriff, sondern bezieht sich beileibe auch auf Inhalte. Nach den Morden von Oslo und Utøya wurde der potentielle SPD-Kanzlerkandidat Sigmar Gabriel in den Medien wie folgt zitiert: „In einer Gesellschaft, (...) in der das Bürgertum Herrn Sarrazin applaudiert, da gibt es natürlich auch an den Rändern der Gesellschaft Verrückte, die sich letztlich legitimiert fühlen, härtere Maßnahmen anzuwenden.“ Gabriel dementierte die Äußerung anschließend, doch sein aktuelles Verhalten lässt erahnen, dass das Dementi unglaubwürdig ist, dass ihm nur herausrutschte, was er sehr wohl  dachte. Denn bei Maybritt Illner erklärte Gabriel jetzt zur Debatte um die Zwickauer Terrorzelle: ,,In diesem Land wird seit Jahrzehnten rechte Gewalt unterschätzt, und das ist unser eigentliches Problem. Und dass in der Gesellschaft inzwischen manches hoffähig geworden ist, was vor 20, 30 Jahren nicht hoffähig war, führt dazu, dass die Grenze der Gewalt immer weiter nach außen geschoben wird. (...) Es wird auch darum gehen, in der Gesellschaft wieder klar zu machen, wozu wir bereit sind, wozu wir nicht bereit sind. Und dann darf man bei manchen Dingen, die noch nicht gewalttätig sind, aber die sprachliche Gewalt sind, die ausgrenzen, wo Minderheiten gebildet werden – da darf man dann nicht die Schnauze halten, auf Deutsch gesagt.“ Man kann davon ausgehen, dass er auf die Sarrazin-Anhänger anspielt, dass er also das bürgerliche Lager in die Nähe der braunen Ecke drängen und somit verleumden will.
Ich müsste mir die Augen reiben, wenn ich nicht wüsste, dass ich in der internationalen Irrenhaus-Zentrale namens Deutschland lebe: ein SPD-Bundesvorsitzender und möglicher Kanzlerkandidat stellt Millionen Sarrazin-Fans und damit wohl auch unzählige Wähler seiner Partei in einen Zusammenhang mit Serienmördern einer Neonazi-Untergrundzelle! Der Durchschnittsdeutsche, ob er nun links oder bürgerlich gestrickt ist, findet solche unfassbare Hetze normal und protestiert nicht. Ich jedoch stelle mir da ein paar Fragen: Wie kann ein Volk dermaßen abstumpfen, dass es sich über Stuttgart 21 oder über einen Schlecker-Unternehmenssprecher aufregt, der sagt, dass seine Kunden hauptsächlich aus dem ,,niederen bis mittleren Bildungsniveau“ kommen würden, nicht jedoch auf die Barrikaden geht, wenn ein möglicher Kanzlerkandidat derart perfide das Volk beleidigt? Wie ist es möglich, dass ein Volk dermaßen die pathologische Angst vor dem Hitler in uns verinnerlicht hat, dass es die Gabriel-Entgleisung gar nicht mehr als den unfassbaren Skandal registriert, die sie ist, und dass die SPD wegen solcher Hetze keinen massiven Umfrage-Absturz erleidet? Warum wollen sich trotz der systematischen Selbst-Abzocke Deutschlands im Zuge der EU-Krise noch immer nicht die brüllenden Millionen auf dem Alexanderplatz einfinden?
In jedem historisch nicht traumatisierten Land würde es nach Gabriels Äußerungen harsche Kritik und Forderungen nach Entschuldigung oder gar Rücktritt von allen demokratischen Parteien hageln, bei der Staatsanwaltschaft würden massenhaft Anzeigen wegen Volksverhetzung und übler Nachrede eingehen. Doch in Deutschland widerspricht Gabriel kein einziger der bei Maybritt Illner sitzenden Diskutanten. Stattdessen setzt Publikums-Applaus ein, während ein Martin Hohmann wegen einer misslungenen, aber weitaus harmloseren Rede aus seiner Partei und Fraktion geschmissen wird.
Andere hochrangige Politiker bliesen in das gleiche Horn wie Gabriel. Grünen-Chef Cem Özdemir gab in der Talkshow von Günter Jauch von sich, er frage sich bei einem Buch ,,von einem ganz bekannten Buchautor“, ob es nicht „dazu beiträgt, dass mancher Jugendliche dann glaubt: Ich tu, was andere nur sagen“. Auch in diesem Fall notiert Joachim Wagner im ,,Tagesspiegel“: ,,Dieser verschwurbelte Vorstoß blieb in der Runde (...) ohne Echo“! Wie kann ein Land solche Runden hinnehmen? Wobei ,,Deutschland schafft sich ab“ über magische Fähigkeiten verfügt: es kann eine Mordserie erleichtern, die stattfand, als das Buch noch gar nicht geschrieben war – deutsche Polit-Esoterik in Perfektion!
Wegen einer Brandserie gegen Berliner Moscheen spekulierte Grünen-Politiker Volker Beck, dass Sarrazin ,,Impulsgeber“ für die Taten sein könnte. Die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke sah die Brände als Folge der ,,Hetzkampagne von Sarrazin, Seehofer und Konsorten gegen angebliche muslimische Integrationsverweigerer“. Der ehemalige Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye (SPD) erklärt in der ,,Berliner Zeitung“ nach der Mordserie der Zwickauer Zelle: ,,Es ist auf jeden Fall bestürzend, mit welcher Fahrlässigkeit Teile dieser Bundesregierung mit der europäischen Idee umgehen. (...) Ich finde es oft völlig unangemessen und ohne Rücksicht auf die eigene Geschichte, wie da südeuropäische Länder behandelt werden – und mit welchem Gestus der Überlegenheit das gemacht wird. Dieses Denken findet sich in der Tat auch bei rechtsradikalen Gruppen. Ich finde, man muss den Schatz eines grenzenlosen Europas hüten und sich jede Art von neo-nationalistischen Rückfällen verbieten.“
Und nun fragen wir noch einmal, auf welcher Seite des politischen Spektrums sich das ,,paranoide Paradigma“ befindet – bei den Konservativen oder bei den Linken?! In Wahrheit wird die ganze Bevölkerungsmehrheit von der Linken permanent in die braune Ecke gestellt, um somit anti-linke Positionen zu diskreditieren. Wobei die unter linken Politikern und Publizisten verbreitete Propaganda, der Rechtsextremismus komme ,,aus der Mitte der Gesellschaft“, seine Wurzel in der nie verarbeiteten und nie verstandenen Geschichte des Nationalsozialismus hat. Von der Linken kommt nämlich die stark verbreitete Unterstellung, dass der nationalsozialistische Terror auch 1933 bis 1945 ,,aus der Mitte der Gesellschaft“ unterstützt worden sei, besonders natürlich aus dem bürgerlich-konservativen, ,,rechten“ Lager. Weshalb es nach dieser Prämisse logisch ist, auch der heutigen Bevölkerungsmehrheit rechtsradikale Tendenzen anzudichten und von einem ,,Scharnier“ zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus zu schwadronieren. Mutige Publizisten wie der Politologe Konrad Löw haben in Büchern längst die Unterstellung widerlegt, dass der braune Terror durch einen nennenswerten Teil oder gar die Mehrheit der Deutschen unterstützt worden sein soll, vielmehr deuten seine Untersuchungen darauf hin, dass es sich nur um eine kleine Minderheit handelte. Das linke Establishment ficht das natürlich nicht an. Dass sich keine Menschenmassen zum offenen Widerstand gegen das Nazi-System aufschwangen, wird als Beleg für die Zustimmung des Volkes gewertet – unter völliger Ignoranz dessen, was offener Widerstand in einer Verbrecher-Diktatur für die Regimegegner bedeuten kann.
So schleppte sich diese Unterstellung mit ungebrochener Selbstgerechtigkeit bis in die heutige Zeit. Über Anschläge auf Asylbewerberheime Anfang der 1990er Jahre schreibt der SPD-Landtagsabgeordnete Matthias Brodkorb auf der Internetseite ,,Endstation rechts“, diese Anschläge seien ,,Ausdruck einer zunehmend gewalttätiger werdenden rechtsextremen Szene“ gewesen, ,,die ihrerseits auf Unterstützung durch nicht geringe Teile der Bevölkerung zählen konnte.“ Wo bleibt der Beweis für diese ungeheuerliche Unterstellung? Das hält Brodkorb offenbar nicht für nötig, in seinem Artikel steht nichts davon.
Sehr bezeichnend auch die Äußerung eines Mitglieds der Jungen ,,Liberalen“, die ich im Frühjahr diesen Jahres hörte: auf der einen Seite könne er ja das Argument verstehen, dass Sitzblockaden gegen Rechtsextreme eine Einschränkung von Meinungsfreiheit bedeuten. Auf der anderen Seite: wenn man solche Veranstaltungen einfach dulde, dann fühlten sich jene Leute bestärkt, die sich bislang noch nicht aus der Deckung wagen würden, sondern nur am Stammtisch sagen würden: ,,Die Nigger, die können wir alle vergasen.“ Also, ich habe noch nie an einem Stammtisch solch einen Spruch gehört. Was hat dieser ,,Liberale“ für ein Bild vom deutschen Volk und von deutschen Stammtischen? Er kann dieses Bild nur durch die Tätervolk-Propaganda erhalten haben.
Bezeichnend ist auch, dass er mit seinen Äußerungen den pathologischen Antifaschismus als Argument dafür nutzt, die Meinungsfreiheit einzuschränken. In diesem Lichte versteht man dann auch das Ansinnen der politischen Klasse, Sarrazin aus der SPD zu werfen und auszugrenzen. Schließlich hatte auch Margot Käßmann in Sarrazin einen ideologischen Wegbereiter eines eventuell möglichen neuen Auschwitz gesehen. Gegenüber dem Radiosender NDR-Kultur sagte Käßmann: „Gerade in Deutschland haben wir die Erfahrung gemacht, wenn Bevölkerungsgruppen derart diffamiert werden, was das bedeuten kann an Ausgrenzung, an Menschenverachtung bis hin zur Auslöschung von Menschenleben.“ Ohne ein Ende des pathologischen Schuldkults keine Meinungsfreiheit in Deutschland!
Einer der wenigen, der in der Debatte um die braune Mordserie einen kühlen Kopf behielt, ist Arnulf Baring. In der ,,Münchner Runde“ des Bayerischen Rundfunks kritisierte er die lächerliche Hysterie um die Täter und ihre Unterstützer: ,,Zwölf Leute sind zwölf Leute und keine Massenbewegung. (...) Das ganze Gerede davon, es gebe sozusagen eine ernsthafte rechtsradikale Bedrohung... Ich frage Sie: waren die Nazis rechts? Das halte ich für einen Grundirrtum, übrigens auch von Ihnen. Die Nazis waren nicht rechts, die Nazis waren eine Linkspartei. National-sozialistisch!“
Weiter beklagte Baring in der Sendung bezüglich Zivilcourage ,,eine verbreitete Feigheit“ in Deutschland, ,,wahnsinnig wenig Courage in diesem Lande“, ,,die Tabuisierung fast aller Themen“, sowie die Tatsache, ,,dass dieses Land den Kern der Meinungsfreiheit nicht begriffen hat, dass dieses Land im Kern autoritär ist“. Zu konstatieren sei ,,die Unterminierung der Demokratie, die dadurch stattfindet, dass wir von der Meinungsfreiheit einen so eingeschränkten Gebrauch machen“. Als Beispiele für solche Tabuisierungen nennt er die Debatte um die Abschaffung der Atomkraft, um die Abschaffung der Wehrpflicht, sowie um die Integration von Ausländern. Gerade bei speziell diesen Themen kann man die Tabuisierungen als Folge des braunen Reichs ansehen: die hysterische Angst vor der Atomkraft ist ebenso ein deutscher Sonderweg wie das distanzierte bis verkrampfte Verhältnis zur Armee (ohne dass ich damit für die Wehrpflicht Partei ergreifen wollte), sowie das Duckmäusertum gegenüber Ausländern.
Es ist kein Zufall, dass es Baring ist, der als einer der wenigen auf dem Teppich bleibt. Als Martin Hohmann wegen angeblich rechtsradikaler Äußerungen aus der CDU geworfen wurde, sprach sich Baring gegen den Ausschluss aus. Erst kürzlich wandte er sich beim Burschentag der Deutschen Burschenschaft mit erregter Stimmung dagegen, die Deutschen als ,,Tätervolk“ anzusehen, für Baring eine ,,Beleidigung“: ,,Dieses Volk hat den Judenmord nicht gewollt, und schon gar nicht sozusagen geahnt, dass das überhaupt kommen würde.“ Es sei dem deutschen Reich ,,gelungen, diese Untat geheim zu halten“.
Diese Beispiele zeigen, dass er die Schuld-Pathologie nicht verinnerlicht hat. Weil er daher in Bezug auf den Nationalsozialismus jegliche Argumente in Richtung Kollektivschuld ablehnt, lehnt er auch nach der aktuellen Mordserie jegliche Theorien vom ,,Extremismus der Mitte“ ab und weist daher die entsprechende Hysterie zurück. Und weil er nicht von der ,,Psychologie der Niederlage“ (Thorsten Hinz) infiziert ist, ist er auch nicht von den Folgen dieser Psychologie infiziert: eben der Tabuisierung der Themen Atomkraft, Wehrpflicht oder Ausländer. Wenn Barings Geschichtsbild wieder zum gesellschaftlichen Mainstream werden würde, dann würde auch wieder bezüglich aktueller politischer Themen Vernunft einkehren.
Baring scheint die Sache ähnlich zu analysieren. Bei der ,,Münchner Runde“ sagte er über die Nazi-Hysterie auch den Satz: ,,Und das hängt natürlich mit dieser vertrackten Vergangenheit zusammen, die wir sozusagen immer noch mit uns schleppen.“ Vielleicht wird sein kaum beachteter Auftritt, der bei Youtube und auf der Internetseite des Bayerischen Rundfunks noch nachzuverfolgen ist, eines Tages als historischer Auftritt in die Geschichte eingehen.
Wie verarbeitet man ein historisches Trauma? Verarbeiten kann man nur, wenn man versteht. Und verstehen kann man nur, wenn man das komplette Feld an Fakten und Informationen ohne Lücken vermittelt bekommt, ausgewogen und ohne manipulierende Verzerrungen.
   

Gute Nacht Europa

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Aktualisiert (Donnerstag, 01. Januar 1970 um 01:59) Samstag, 26. November 2011 um 09:12

Die Krise in Europa brachte den portugiesischen Sozilisten José Sócrates zu Fall, danach musste der Sozialdemokrat Giorgos Andrea Papandreo gehen und zuletzt wurde die Rechtsregierung Silvio Berlusconis in Italien abgesetzt. Und jetzt erzielte der rechtsbürgerliche Mariano Rajoy, mit seiner bis weit nach rechts und ins reaktionäre, erzkatholische, nationalistische Lager reichenden Partido Popular einen historisch zu nennenden Kantersieg gegen die spanischen Sozialisten des bisherigen Regierungschefs José Luis Rodriguez Zapatero.

Alle neuen Regierungen haben nur die Wahl die von EU-Kommission, der EZB und dem IWF vorgegebene neoliberale Agenda zu exekutieren: Drastisches Sparen, Schuldenbremse, Lohnsenkungen, Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, Einschnitte ins soziale Netz, Rente mit 67, Privatisierungen – den ganzen Kanon der herrschenden Lehre eben. Auch die neuen Regierungschefs werden geduldig am „Marterpfahl ausharren und erleiden müssen, was ihnen die deutsche Regierungschefin diktiert. Von Wolfgang Lieb

Man konnte von den früheren Regierungen und man kann von den neuen Regierungen der Länder, denen die Zahlungsunfähigkeit droht, nicht erwarten, dass sie mit dem Rücken zur Wand stehend, einen politischen Kurswechsel in Europa herbeiführen. Sie werden geduldig am „Marterpfahl“ ausharren und erleiden müssen, was ihnen die „Frankfurter Runde“ um Merkel, Sarkozy, EU-Ratspräsident van Rompuy, Eurogruppenchef Juncker und die Chefin des IWF, Lagarde, in die Regierungserklärungen diktieren.

Sicher, Rajoy kann wie das Tausende seiner erzkatholischen Anhänger am Wahlabend schon lautstark gefordert haben, einige gesellschaftspolitische Reformen aus der siebenjährigen Regierungszeit Zapateros wieder zurückdrehen, also etwa die Abtreibung wieder bestrafen und die Homo-Ehe wieder verbieten, aber ansonsten wird er nur Statthalter einer Art Generalgouvernement der von den Finanz-„Märkten“ getriebenen derzeitigen EU-Nomenklatura sein.

Den abgewählten oder abgesetzten Sozialdemokraten oder auch den rechten Parteien bleibt letztlich nur die Chance, abzuwarten, bis die jeweils neue Regierung wieder gescheitert ist um dann vielleicht selbst wieder an die Macht zu kommen, um dann selbst wieder zu scheitern. Jedenfalls wird dieses Wechselspiel so weiter gehen, sofern es keine Parteien gibt, die für einen radikalen Kurswechsel eintreten.

Solange sich keine Alternative zum herrschenden europäischen Kurs auftut, wird es beim „Bäumchen, wechsel dich“-Spiel so weitergehen, bis die Wähler die Lust an dem Spiel verlieren. In allen Ländern sinken die Wahlbeteiligungen auf historische Tiefststände. In Spanien gingen gerade noch 71,8 Prozent der Wahlberechtigten an die Urne (nach 75,3 Prozent im Jahre 2008).

Die Medien, für die Demokratie offenbar nur noch daran gemessen wird, ob Wahlen stattfinden, sie jubeln, dass Rajoy einen „historischen Wahlsieg“ erzielt habe und die absolute Mehrheit der Sitze im spanischen Parlament gewonnen hat. Was aber kann er als voraussichtlicher spanischer Regierungschef mit dieser Mehrheit anderes anfangen, als die Befehle aus Brüssel durch seine Mehrheit im Parlament beschließen zu lassen.

Auch nach der Wahl in Spanien stiegen die Zinsen: Bei der Platzierung von Staatsanleihen mit dreimonatiger Laufzeit im Volumen von 2,01 Milliarden Euro wurde eine durchschnittliche Rendite von 5,11 Prozent fällig. Das ist mehr als doppelt so viel wie bei der vorherigen Auktion, als Spanien 2,29 Prozent auf den Tisch legen musste. Für Papiere mit einer sechsmonatigen Laufzeit und einem Volumen von 0,97 Milliarden Euro musste Spanien die Anleger mit 5,227 Prozent ködern, nach zuvor 3,30 Prozent.

Die „Märkte“ ignorieren die Wahl einfach. Warum sollten sich auch die Risikoaufschläge verringern? Im dritten Quartal hatte Spanien ein Nullwachstum, die Arbeitslosenquote ist mit 21,5 Prozent die höchste Europas, fast jeder zweite Jugendliche unter 25 Jahren hat keine Arbeit. Die Staatsschuldenquote ist mit 61 Prozent des Bruttoinlandprodukts zwar geringer als in Deutschland (rund 80 Prozent), aber auch private Haushalte und Unternehmen sind hoch verschuldet. Wenn der spanische Staat die versprochene Senkung des Haushaltsdefizits auf 4,4 Prozent im kommenden Jahr erreichen wollte, müsste er, über die bisherigen drastischen Einsparungen von 16 Prozent im laufenden Haushalt hinaus, im kommenden Jahr noch einmal 17 Milliarden einsparen – das entspricht annähernd 2 Prozent des Bruttoinlandprodukts.

Wie sollte angesichts der Pläne die Löhne weiter zu kürzen, die spanische Wirtschaft wieder ans Laufen kommen? Spanien muss sparen, wie aber sollte das Haushaltsdefizit reduziert werden, wenn gleichzeitig die Wirtschaft schrumpft?

Eine ähnliche Spirale nach unten muss man in Griechenland beobachten [PDF - 1.3 MB] und für Italien ist eine ähnliche Entwicklung zu erwarten. Belgien kommt in Schwierigkeiten und Österreich und Frankreich wackeln. Selbst die Deutschen bekommen allmählich Probleme ihre Staatsanleihen zu vergeben. Ein Ende des Teufelskreises ist nicht in Sicht.

Die Europäische Währungsunion gerät zur Europäischen Verarmungsregion. Selbst hartgesottene Neoliberalen, wie dem Handelsblatt Chefredakteur Gabor Steingart kommen inzwischen Zweifel an dieser „Schock“-Therapie. „Wenn ich Grieche wäre, ich würde meinen Helfer wegen vorsätzlicher Körperverletzung verklagen. Und bei Einbruch der Dämmerung stünde ich mit den anderen auf dem Syntagma-Platz vor dem Parlament, um mein Missfallen über eine Krisenpolitik kundzutun, die krisenverschärfend wirkt“, schreibt er in der griechischen Tageszeitung „Kathimerini“.

Ganz Europa wird unter Merkels Führung der deutsche Agenda-Kurs aufgenötigt, der nichts anderes bedeutet als ein Brüningscher Austeritätskurs mit verheerenden Folgen für die Wirtschaft und vor allem für die Mehrzahl der Menschen. Die Schuldner, die doch die Schulden zurückzahlen sollen, werden erwürgt oder bildlich gesprochen: Man lässt die Kuh, die Milch geben soll, verhungern.

Doch selbst dann, wenn dieser Kurs erfolgreich wäre, was wäre gewonnen, wenn alle Länder so wettbewerbsfähig wären wie die Deutschen? Wohin wollte Deutschland, dessen Wirtschaftsleistung über 45 % vom Export lebt und das den Löwenanteil davon, nämlich 60% seiner Exporte in die EU-Länder liefert, künftig exportieren? Die Schwellenländer, also die sog. BRICS-Staaten, könnten einen Einbruch der Lieferungen nach Europa nicht auffangen, zumal mit China ohnehin eine negative Außenhandelsbilanz besteht.

Das Ende dieses Teufelskreises ist, dass es allen Menschen in Europa schlechter geht, dass alle Länder zwar vielleicht niedrigere Produktionskosten und weniger Sozialstaat hätten, aber ihre Exportgüter nicht mehr los kriegten, weil die Bevölkerungen so arm geworden sind, dass sie die Waren nicht mehr kaufen könnten.

Wir hätten den bekannten Tribüneneffekt: Wenn die erste Reihe (in diesem Fall die Deutschen) von ihren Sitzplätzen aufstehen, dann müssen die hinteren Reihen auch aufstehen, um noch etwas zu sehen. Am Ende stehen alle und keiner sieht besser, es ist nur für alle erheblich unbequemer.

Politisch gesprochen: Wir wären in Europa dort angekommen, wohin Deutschland seit der „geistig moralischen Wende“ Kohls und mit dem vollständigen Paradigmenwechsel auch der Sozialdemokratie und der Grünen mit Schröders Agenda 2010 mit vielen politischen Kämpfen angekommen ist: Bei einer Stagnation der Löhne, bei einem sich ausbreitenden Billig- und Niedriglohnsektor, bei einer riesigen Reservearmee von Arbeitskräften und damit bei einer Entmachtung der Gewerkschaften, bei einer Zerstörung der sozialen Sicherungssysteme und deren teilweisen oder gar kompletten Privatisierung, bei der Rente mit 67 europaweit, beim Unternehmensteuersenkungswahn, bei der Privatisierung der Daseinsvorsorge usw. usf.

Die neoliberale Agenda wäre dann endlich in ganz Europa abgearbeitet.

Hier wird deutlich, um was es derzeit tatsächlich geht.

Deshalb stellt sich die deutsche Regierung taub gegenüber den Hilferufen der Bevölkerungen und sie stellt sich blind gegenüber dem ökonomischen Niedergang. Wie ein Racheengel zieht Angela Merkel durch die europäischen Länder und will diese für die Schulden bestrafen, die sie gemacht haben. Merkel leugnet die Tatsache, dass die akute Schuldenkrise ihre Hauptursache in der Finanz- und Bankenkrise hat und sie verweigert jeden Gedanken darüber, was der Kern der Krise der Europäischen Währungsunion ist, nämlich die unterschiedliche Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Länder und dabei vor allem die jahrelangen Leistungsbilanzüberschüsse Deutschlands. Was in Deutschland über drei Jahrzehnte in mühseligen politischen Auseinandersetzungen gelungen ist, nämlich Lohnsenkungen, Sozialabbau, Rente mit 67, Umverteilung von unten nach oben, soll nun mit dem Kampfbegriff der „Staatsschulden-Krise“ in ganz Europa sozusagen von außen als alternativloser Sachzwang über Nacht flächendeckend durchgepeitscht werden.

In perfider Weise macht Merkel in Deutschland für ihr europäisches Zerstörungswerk Stimmung, indem sie auf die im kollektiven Gedächtnis verankerte Schuldenangst der Deutschen abhebt. Sie treibt dazu hin ein böses Spiel mit der (berechtigten) Sorge der deutschen Arbeitnehmer, dass diese nun doppelt bezahlen müssten, wenn sie sich gegenüber ihren Nachbarn solidarisch zeigten, nämlich einmal, indem sie seit Jahren den Gürtel enger schnellen mussten, als die anderen und dass sie jetzt noch einmal zur Kasse gebeten werden könnten, um die Schulden der verschuldeten Länder aufzufangen.

Merkt eigentlich niemand, dass das Thema Bankenregulierung, eines der Hauptthemen nach dem Ausbruch der Finanzkrise, völlig von der europäischen Agenda verschwunden ist? Fällt es niemand auf, dass die Verschuldung der Staaten zu einem großen Anteil auch darin seine Ursache hat, dass die Vermögenden einen ungeheuren Reichtum angesammelt haben und sich durch Kapitalflucht und Steuerhinterziehung vor der Abtragung der Staatschulden entziehen konnten und weiter können?

Wer nur vom „Vertrauen der Finanzmärkte“ redet, lügt darüber hinweg, dass es gerade die Finanzmärkte waren, die komplett versagt und die bestehende Krise verursacht haben. Wer behauptet, die europäische Austeritätspolitik folge nur einem „Sachzwang“ leugnet, dass es durchaus Alternativen gibt. Wir haben diese auf den NachDenkSeiten oftmals beschrieben und dokumentiert. Würde z.B. – wenigstens vorübergehend – die Europäische Zentralbank die Rolle einer echten Notenbank wie in England oder in den USA wahrnehmen (dürfen), so wäre die Spekulation auf dem Markt der Staatsanleihen über Nacht gestoppt. Würde man begreifen, dass die Schulden der europäischen Länder vor allem dadurch wieder zurückbezahlt werden könnten, dass deren Wirtschaft aus der Rezession oder gar schon aus Depression herauskommt, so könnte man wieder Licht am Ende des Tunnels sehen. Wäre man bereit, anzuerkennen, dass die Gewinner der letzten Jahrzehnte ihren angemessenen Anteil am Steueraufkommen bezahlen müssen, so wären die Schulden wieder unter Kontrolle zu bringen. Und würde man – vor allem in Deutschland – endlich einsehen, dass es auf Dauer in einer Währungsunion aber auch in der Weltwirtschaft (schon logisch) nicht funktionieren kann, dass ein Land die übrigen Länder durch Lohn-, Sozial- und Steuerdumping niederkonkurriert. Es kann auf Dauer nicht aufgehen, dass die einen ihre Gewinne anhäufen und diese dann als Anleihen an die Verlierer ausgeben – und dann sogar noch auf deren Niedergang spekulieren und dabei weitere Zinsen kassieren.

In der Präambel zum Grundgesetz heißt es „von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen“ – gegen diesen Auftrag unserer Verfassung verstößt die Bundesregierung sträflich.

Quelle: www.nachdenkseiten.de  von  Wolfgang Lieb

   

Das Wunder von Zwickau

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Aktualisiert (Donnerstag, 01. Dezember 2011 um 11:41) Geschrieben von: co Dienstag, 15. November 2011 um 22:41

Gerade noch rechtzeitig zum Jahreswechsel wurde der Bundesregierung ein Wunder beschert, das den Michel vom Eurodesaster in geradezu glorreicher Art und Weise ablenkt. Begingen doch zwei Rechtsradikale nach erfolgreichem Bankraub Selbstmord. Danach sprengte ihre Komplizin das gemeinsam bewohnte Haus in die Luft und verschwand. Und, oh Wunder, stellt sich sodann der Polizei - und dann ging´s Schlag auf Schlag. Reihenweise lösen sich Altfälle auf, Serienmorde erklären sich und - die Wunder werden immer größer - ES WAREN NEONAZIS!!!! Dass die Bundesregierung die Deutschen für bescheuert hält, das wissen wir. Aber dass sie die Deutschen für soooo bescheuert hält, das hat doch eine neue Qualität. Dabei werden der Rätsel immer mehr, Erklärungen sind nicht möglich. Aber wer kann schon Wunder erklären? Ein NPD-Verbot werde erwogen, so die Mainstream-Medien, um die unseligen Wurzeln auszurotten. Merkt ihr, woher der Hase läuft? Die letzte echte patriotische Opposition soll endgültig in den Gulli!!! Damit diese Kriminellen endgültig ihr schweinisches Treiben ohne irgendwelche Konsequenzen treiben können. Das Ganze stinkt gewaltig nach Inszenierung durch den so genannten Verfassungsschutz. 
Das lässt noch Schlimmeres ahnen - das ist erst der Auftakt. Ihr könnt davon ausgehen, dass die richtig dicke Scheiße noch folgt. Demnächst in diesem Theater.
   

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