Mubarak weg - was nun?
Mubarak weg - was nun?
Geschrieben von: co
Freitag, 11. Februar 2011 um 20:01
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Sie haben es tatsächlich geschafft, die Ägypter - der Pharao ist weg, der Jubel unendlich groß. Aber was wird nun? Sollten die Ägypter glauben, dass es das war, werden sie in Kürze feststellen, dass dem nicht so ist! Die bisherigen Profiteure des Regimes werden alles in ihrer Macht stehende tun, sicherzustellen, dass sich eben im Prinzip nichts ändert. Und ihre geliebte Armee wird diese Mächte unterstützen, so wie ihr alter Freund "Westliche Wertegemeinschaft".
Es sei denn, dass sich auch innerhalb der Armee manches ändert. Es wäre nicht das erste Mal, das junge Offiziere und Mannschaften putschten - siehe Gaddafi - um selbst an den Trog zu kommen. Dann steht da aber immer noch das alte Establishment, das schon bisher profitierte und sich nun vorsichtig umorientiert. Dabei legen sie Wert auf den Erhalt der bisherigen Position und biedern sich bei den neu zu erwartenden Machthabern an - und bieten natürlich Knete. Ihre Vorstellung von Demokratie schielt natürlich nach Westen - dort wird das selbe Ziel wie bei ihnen auf ganz demokratische Art und Weise erzielt - die konsequente Entmündigung und Verarmung der Massen sogar mit deren teilweise begeisterter Zustimmung. Nur dass solch paradiesischer Zustand eine lange Vorarbeit braucht - und wenigstens RELATIVEN Wohlstand. So kann man hier immer noch sagen, dass es den meisten Armen hier besser geht wie den Armen in Ägypten. Und das entspricht sogar der Wahrheit - vielleicht ein Grund, warum demnächst hier mehrere von ihnen eintrudeln werden. Allerdings sind Angehöriige eines Volkes, die einen Diktator verjagt haben in der Regel zu stolz, um der Almosen willen nach Deutschland zu "fliehen". Andere Völker kennen solchen Stolz nicht, sie ziehen Flucht und Betteln vor - aber schließlich sind sie auch zu feige, die Zustände in ihrem Land so zu ändern, dass es dort zu leben lohnte. Da macht man sich leichter davon. Nun gut, jedem das Seine.
Das schlimmste, was jetzt den Ägyptern passieren kann, ist, sich einlullen zu lassen von falschen Propheten. Versprechungen zu glauben, die gar keiner einzuhalten gedenkt. Und da wird die westliche Wertegemeinschaft mit ganz vorn liegen. Dann sollten sich die Ägypter an ähnliche Fälle erinnern - wie Irak und Afghanistan zum Beispiel. Wenn hier auch der Sachverhalt etwas anders gelagert ist - aber nur wenig. Denn der Westen hat in Wirklichkeit GAR KEIN Interesse, den Hunger der Welt zu beseitigen. Im Gegenteil, er arbeitet wie besessen an dessen Ausweitung - und behauptet dabei das Gegenteil. DAS ist geile Propaganda! Und noch besser - in der Regel funktioniert sie!
ff