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Tod eines Couragierten

Tod eines Couragierten

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Ein Mann ist zu Tode gekommen. Bei dem Versuch, Kinder vor den Übergriffen jugendlicher Straftäter zu schützen.
Nun übertreffen sich Medien und Politiker in hysterischem Betroffenheitsgeifer. Angeblich wissen sie nicht mehr, was sie sonst noch tun könnten. Außer den Bösewichten höhere Strafen anzudrohen.  Welch willkommenes Geschenk im bisher langweiligen Wahlkampf! Der Zufall hat erfolgreich Schützenhilfe geleistet. Womöglich herrscht jetzt beim Einen oder Andern gar klammheimliche Freude über die gelungene Ablenkung von den wirklich wichtigen Themen. Ein  Gnadenakt für die Nullinger. So kann man schön dämliche Fragen stellen, rein rhetorisch natürlich, die letztendlich keiner wirklich beantworten kann oder will.
Denn niemand ist bereit, die Ursachen dieser zunehmenden brutalen Gewaltakte wirklich zu analysieren.  Mit großer Wahrscheinlichkeit käme für die politisch in diesem Lande Verantwortlichen gar manches auf den Tisch, dass das riesige Ausmaß ihrer tatkräftigen Mitwirkung aufdecken würde. Denn wer die Gesellschaft brutalisiert, der brutalisiert auch deren Nachwuchs. Und zu allererst diejenigen, die sich schon in frühester Jugend als Verlierer des Systems nicht nur fühlen. Sie sind sie tatsächlich.
Da hilft auch nicht der Ausbau einer großen Armada der sogenannten sozialen Helfer, als da sind Sozpäds, "Streetworker" - auf Neudeutsch - und die sonstigen mit Helfersyndrom behafteten Profi-Gutmenschen. Denn deren Job hängt eben von diesen prekären Verhältnissen ganz direkt ab. Das schafft eben auch Arbeitsplätze. Nicht so gut bezahlt, aber sicher. Und ganz nebenbei stabilisiert man so das System. Glaubt man zumindest.
Aber wenn sie sich da nur nicht allzusehr täuschen, die bisher sich noch sicher glauben vor den Auswüchsen der von ihnen geschaffenen Gesellschaft. Die Einschläge kommen näher, der öffentliche Raum wir unsicherer. Und glaube man ja nicht, das es mit ein paar Videokameras oder ein paar Polizisten mehr   getan sei. Das Erwachen könnte schrecklich werden. 
Dennoch, dieser Mann in München hat Zivilcourage gezeigt, hat versucht, offensichtlich kriminelles Tun zu verhindern - und hat das mit seinem Leben bezahlt. Aber gehe man nun einmal davon aus, er hätte diese jugendlichen Täter besiegt. Um den Preis, dass er einen von ihnen oder gar alle beide schwer verletzt hätte -  einen der beiden womöglich tödlich verletzt. Kann sich ein Mensch vorstellen, welch ein Geschrei über die Brutalität dieses Helfers in Gang gekommen wäre? Sämtliche Medien wären vor Mitleid mit den "Opfern" übergeflossen. Sämtliche Gutmenschen würden sich in Tränen baden. Und der Mann käme vor Gericht.  Möglicherweise durch einen idiotischen weltfremden Richter, der wahrscheinlich auf excessive Notwehr erkennen würde, sogar ins Gefängnis. Das kommt natürlich auch auf den Anwalt an, falls man sich einen guten leisten könnte. Sonst sitzt man.
Und derweil wären die bedauernswerten "Opfer" wahrscheinlich schon halb um den Erdball gesegelt - von Profi-Gutmenschen bedauert und verhätschelt.
Wer möchte unter solchen Umständen da noch helfen?
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