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KOZ - Die Kommentarzeitung

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Mit "Lafontaines Demokratie" ist ein Leitartikel von Norbert Wallet aus Berlin überschrieben. Eine Sonderform der Demokratie propagiere dieser, wird suggeriert, die wohl keine sein könne. Denn diese Vorstellung von Demokratie habe das Wohl einer Mehrheit im Sinn. Das aber sei eben nicht der Sinn.
Denn die repräsentative Demokratie sehe lediglich die Legitimation durch das Volk vor. Was dann getan werde, sei Sache der Gewählten. Und die Wähler hätten sich zu beugen. Denn sonst,  argumentiert Wallet, wäre all das Gute nicht entstanden, wenn es nach Volkes Meinung ginge: Keine Westintegration, kein Nato-Nachrüstungsbeschluss, keine Agenda 2010! Alles große Weichenstellungen, seiner Meinung nach, die gegen den ausdrücklichen Willen des Volkes zu seinem Besten erfolgt seien!
Tatsächlich? Da gibt es durchaus gut begründete andere Meinungen.

Dabei könnte man diese Reihe beliebig erweitern: Die Euroeinführung, die Nato-Osterweiterung, die Zuwanderungspolitik, Hartz IV, die Kriegsbeteiligung in Serbien, in Afghanistan usw.. Dies alles erfolgte gegen den Willen der Mehrheit des Volkes!
Genau das, so Wallet, beweise Führungsstärke. Handeln gegen das Wohl des Volkes. Alles andere ist dann wohl der vielgeschmähte Populismus. So wie bei Lafontaine!
Fassen wir zusammen. Wer gegen die Interessen des Volkes handelt, ist ein wahrer Demokrat; wer die Interessen des Volkes vertritt, ist ein Populist, als kein wirklicher Demokrat.
Nachtigall, ick hör' dir tapsen!!!

 

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